Festungsgemälde

Wie entsteht ein Bild am Beispiel von Festungsgemälden – Schritt für Schritt


1. Recherche und Grundlagen


  • Vermessung der Anlagen vor Ort

  • Sichtung von Bauplänen, alten Ansichten und Luftaufnahmen (sofern vorhanden)

  • Untersuchung der vorhandenen Bausubstanz (z. B. Straßburg als umfangreichstes Beispiel)

  • Berücksichtigung des umliegenden Geländes


👉 Ergebnis: Grundlage für eine möglichst genaue Rekonstruktion.


2. Analyse der Bauphasen


  • Festlegung, welche Epoche dargestellt wird (meist letzte Ausbaustufe ab 1914)

  • Berücksichtigung wichtiger Umbauphasen (1887, 1907–1913, ab 1914 Armierungen)

  • Dokumentation einzelner Veränderungen (z. B. Fensterformen im Fort Podbielski über 4 Bauphasen hinweg)


👉 Ergebnis: Ein authentisches Bild, das historische Entwicklungen sichtbar macht.


3. Arbeitsmodelle und Perspektive


  • Bau von Modellen für Gesamtansichten

  • Nutzung der Vogelschau-Perspektive, um Komplexität der Anlagen darzustellen

  • Fotografie des Modells von oben → Grundlage für das Gemälde

  • Präzise Proportionen auch bei unsymmetrischen oder schwierigem Gelände


👉 Ergebnis: Korrekte Maßstäblichkeit und räumliche Wirkung.


4. Bildformat und Detailtreue


  • Großformate erforderlich wegen der Ausdehnung der Festungsanlagen

  • Beispiele: Fort X Köln (160 × 105 cm), Feste Obergentringen (300 × 180 cm)

  • Maßstab: 1 m Realität = 2,5–3,5 mm auf der Leinwand

  • Extrem detailreiche Arbeiten (z. B. 40.000 Hindernispfähle auf einem einzigen Gemälde)


👉 Ergebnis: Maximale Detailgenauigkeit, auch in großem Maßstab.


5. Maltechnik


  • Alle Gemälde entstehen in Öl auf Leinwand

  • Vorteil: Hohe Ausdruckskraft, lange Haltbarkeit

  • Möglichkeit der nachträglichen Korrekturen bei neuen Forschungsergebnissen


👉 Ergebnis: Zeitlose, beständige Werke mit wissenschaftlicher Präzision.


6. Zusammenarbeit mit Experten


  • Unterstützung durch Festungsfreunde und Enthusiasten

  • Exakte Messungen, Archivrecherchen und Detailaufnahmen als Grundlage

  • Enge Kooperation u. a. bei den Festungen Straßburg, Kaiser Wilhelm II, Obergentringen, Köln und Mainz


👉 Ergebnis: Gemeinschaftsprojekt von Kunst, Forschung und Leidenschaft.

Auf der Suche nach Hindernispfählen

Im Laufe der Jahrzehnte hat sich eine bis zu 30 cm starke Humusschicht über den alten Bodenniveau gebildet. Freilegen von Pflaster

Die gleichen Granitblöcke wie rechts auf dem Foto in einer Zeichnung

Vermessen von Fassaden

Durch das Freilegen des Pflasters wurden Hindernispfähle (rechts im Bild unten) wieder sichtbar.

Fort Werder Spitzengrabenwehr

Das gleiche Pflaster wie links im Bild in einer Zeichnung

freigelegte Granitblöcke der Spitzengrabenwehr im Fort Werder

Malen eines Bildes

Köln Fort X Ansicht der Kehlkaserne. Der Kehlkoffer wurde bei der Endfestigung beseitigt.

Köln Fort X Derv selbe Ausschnitt wie auf dem Foto jetzt in ein Gemälde umgesetzt

Köln Fort X  Arbeitsmodell

Köln Fort X Vorzeichung

Köln Fort X Der selbe Ausschnitt im fertigen Zustand auf dem Gemälde

Verdun Fort Vaux 3 Bilder zur Entstehung des Gemäldes